12xRLP – Volume 9:
September 2016: Bauspielplatz Ransbach-Baumbach

Ransbach-Baumbach – ganz hinten im Industriegebiet. Schon von weitem kann man auf einer freien Wiesenfläche große Holzhütten, Zelte und Bauwägen erkennen. „RaBaBa“ – nennen die Kinder aus Ransbach-Baumbach und der Umgebnung liebevoll den Bauspielplatz, auf dem sie ein bis zwei Wochen in den Sommerferien ihre Zeit verbringen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Denn hier sind sie selbstbestimmt und können sich ihren eigenen Tagesablauf gestalten. Jeden Morgen um 10.00 Uhr ist Nachbarschaftstreff. Ein erstes Zusammenkommen am Tag muss sein, um Ideen für neue Baukonzepte in den Raum zu werfen und Materialfragen zu klären. Dann geht es los. Einige letzte Dachbalken werden für den Feinschliff abgesägt, Regalbretter in den Innenräumen angebracht und der Eingang mit Federn geschmückt. Zwischendrin gibt es verschiedene Spiele- und Bastelangebote.
„Willkommen“ steht auf einem der Türschilder. Ja, willkommen fühlt man sich sofort auf dem Bauspielplatz, denn die Betreuer und Kinder sind offen für Gespräche und Filmaufnahmen.

RaBaBa_Teil 1 from filmcamp on Vimeo.

Das Leben ist gefährlich. Das ist normal. Darum wird auf dem „RaBaBa“ mit richtigem Werkzeug gearbeitet, begleitet von den zahlreichen Betreuer*innen. Der ein oder andere Splitter im Finger kommt dabei hin und wieder mal vor. Doch der Bauspielplatz ist vorbereitet: an der Erste Hilfe Station können sich die Kinder bei kleineren Verletzungen behandeln lassen. Ein paar ermutigende Worte von den „Sanitätern“ und schon ist alles gar nicht mehr so schlimm.

RaBaBa_Teil2 from filmcamp on Vimeo.

Nach einer ersten Führung über den „RaBaBa“ wird schnell klar, dass es sich um ein Projekt handelt, hinter dem viel Herzblut steckt. Hier eine Fühl-Oase, da eine Eisbar und eine große Wasserrutsche aus Holz.
Gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfer*innen leitet Achim Opper, der Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach nun seit vier Jahren den Bauspielplatz und blickt nach zwei Wochen glücklich und erschöpft auf eine arbeitsintensive aber unvergessliche Zeit zurück.

RaBaBa_Teil 3 from filmcamp on Vimeo.

Insgesamt kamen in diesem Jahr (08.-19. August) 94 Kinder in der ersten und 81 Kinder in der zweiten Woche zum Bauspielplatz. Jungen wie Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren – aus allen Milieus. Finanziert wird das Projekt durch Teilnehmer*innen-Beiträge, Sachspenden vieler Firmen aus dem Umkreis, Förderung für Ferienbetreuungen von der Landesregierung sowie der Verbandsgemeindeverwaltung Ransbach-Baumbach. „Nur mit gemeinschaftlicher Hilfe und viel Engagement kann dieses Großprojekt existieren“, so Achim Opper.

Doch wohin mit den Holzhütten nach den zwei Wochen? „Nicht jedes Kind kann mit 16 Mann und einem LKW angefahren kommen, um die Hütte mitzunehmen. Das hatten wir alles schon. Darum müssen wir sie leider nach Projektende wieder schweren Herzens abreißen. Das meiste Material kann im nächsten Jahr wieder verwendet werden, wenn die Nägel entfernt wurden. Wenn man dann zwei Tage Nägel aus den Brettern gezogen hat, weiß man, was man getan hat.“, sagt Achim Opper mit einem Lächeln im Gesicht.

Ob und in welcher Form es den Bauspielplatz im nächsten Jahr wieder geben wird, ist noch unklar, denn die Wiese im Industriegebiet steht zum Verkauf. Eines steht jedoch fest, die Ideen für eine Weiterführung des „RaBaBa“ sprudeln und die Kinder sind motiviert.

Möchten Sie den Erhalt des Bauspielplatzes unterstützen?
Dann wenden Sie sich an:

Achim Opper
Jugendpflege VG Ransbach-Baumbach
Rheinstraße 50
56235 Ransbach-Baumbach
Telefon: 02623 9266893
E-Mail: Jugendpflege@ransbach-baumbach.de

Autorin: Annika Müller