12xRLP – Volume 12:
Dezember 2016: Juleica-Schulung auf dem Segelschiff

Eine frische Meeresbrise weht den 14 Jugendlichen und den drei Betreuer*innen um die Ohren als sie nach der langen Fahrt aus den Autos steigen. Endlich sind sie in Harlingen angekommen. Bepackt mit wetterfester Kleidung besteigen sie zum ersten mal ihre Unterkunft – das Segelschiff Tijdggest (Zeitgeist). Wo, wenn nicht an diesem besonderen Ort kann Teamarbeit, Kommunikation, Gemeinschaft, Leiten und Führen besser erlernt werden. Vorbei an hohen Masten, weißen Segeln und dem Steuerrad, erkunden sie nach und nach das Schiff und schließlich die Kajüte, zu der eine schmale Leiter hinab führt. Spätestens nach dem ersten Abend an Bord wird klar: das wird eine ganz besondere Woche, die die Jugendlichen so schnell nicht vergessen werden.

Insgesamt sieben Tage, vom 31.07. – 07.08.2016, verbrachten die Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren aus Rheinland-Pfalz auf dem Ijssel- und Wattenmeer. Doch Segeln, unterwegs sein, Meer, Wind, Sonne, Strand und Baden sollten nicht die Hauptziele dieser Tage werden. Vielmehr hieß es „Learning by doing“. Denn zwischen den Segeleinsätzen – betreut durch einen erfahrenen Skipper und eine Matrosin – sowie am Abend oder in Segelpausen fand eine Gruppenleiter*innenausbildung statt, die zum Erwerb der Juleica (Jugendleitercard) berechtigt. Organisiert wurde die Schulung durch die Fachstellen für Kinder- und Jugendpastoral Andernach und Bad Kreuznach (Alexander Mayer und Susanne Mülhausen) und das Dekanat St. Goar (Natalie Bauer). Finanzielle Unterstützung leistete die Bischof Stein Stiftung des Bistums Trier.

Ein typischer Tagesablauf gestaltete sich: Morgenimpuls, Frühstück, Einführung in die Thematik des Tages, Segel setzen, Schiff steuern, Segelaktionen und dazwischen Vorbereitung einer Aktion, Aufarbeitung eines Themas. Durch den begrenzten Raum, wuchs die Segelgruppe, die sich überwiegend aus angehenden und teils bereits aktiven Gruppenleiter*innen zusammensetzte, schnell zu einer engen Gemeinschaft heran und arrangierte sich mit verantwortungsvollen Aufgaben wie einkaufen, kochen und aufräumen. Gelangte die „Crew“ gegen Abend in einen Hafen oder an einen Ankerplatz, wurde die Insel oder Hafenstadt unsicher gemacht, Gruppenspiele gespielt und an geeigneten Plätzen die Gitarre am Lagerfeuer ausgepackt.

In kleineren Workteams wurden über die gesamte Woche verschiedene Themen, wie Identität, Leiten, Recht, Gewalt-Prävention und Gender sowohl theoretisch als auch praktisch durch vielfältige, abwechslungsreiche (erlebnispädagogische) Methoden behandelt und reflektiert. So entstanden am Ende der Woche unter anderem ein Gender-Theaterstück und der Filmbeitrag „#weltwundertv – das unikat“ (hier gehts zum Video), mit dem die Jugendlichen im Anschluss an die Schulung an einem Filmwettbewerb der Deutschen Kommission Justitia et pax zum Thema Klimawandel teilnahmen und den dritten Platz belegten.
Neben den Lerninhalten stand rückblickend jede Menge Spaß auf dem Programm, was dazu beitrug, dass die Jugendlichen kostbare Erfahrungen und neue Freundschaften mit nach Hause nahmen.

Auch im nächsten Jahr (06.08.2017 – 13.08.2017) wird die Segel-Juleica-Schulung wieder angeboten. Alle Infos zur Anmeldung gibt es hier.

Autorin: Annika Müller